Discovery Uzbekistan
  Current Issue:
Discovery Uzbekistan Travel Guide #14/2010
BUY
http://silkpress.com http://silkpress.com
 

Home | About us | Links | Subscribe | Advertising | Our Team | Support

 
2010
2009
2008
2006
2005

Kulturelle Oase In Karakalpakstan. Savitskiy Museum In Nukus

Museen sind nicht nur Aufbewahrungsstätte der Vergangenheit, sie sind das Sprachrohr durch welches sich Vergangenes mit einer oft überraschenden Stimme mitteilt. Museen können ebenso als Sprachrohr einzigartiger Kommunen wirken. Einzigartig, da jeder Ort dieser Erde seine ureigene Geschichte lebt, von seiner ureigenen Landschaft und besonderem kulturellen Kontext geprägt ist. Ich lege Wert darauf, Museen als Orte lebendiger Kultur und aktiven Lernens zu sehen.

Wir haben genau aus diesen Gründen dem Savitskiy Museum in Nukus Mittel bereitgestellt. Es ist unsere Hoffnung, mit unserer Unterstützung einen Katalysator ins Leben zu rufen, der weitere unterstützende Massnamen generieren wird für ein Museum, welches in solch exzellenter Weise, inspiriert durch die Tradition Savitskiys, junge Künstler anspricht,

Rafique Keshavjee
Christensen Stiftung

"Durch die Kombination von Wissensvermittlung im Bereich Konservierungsmassnahmen und eigener Kreation erlaubt das Projekt es den lokalen Partizipatoren, ihre Fähigkeiten weiter auszubauen und die Sammlung wirkungsvoller zu verwalten. Gleichzeitig wird damit der Bekanntheitsg rad von Nukus und Karakalpakastan als lohnenswertes Reiseziel für kulturell interessierte gesteigert, wodurch vermehrt einkommensfördernde Tätigkeiten der Bevölkerung in einer der ärmsten Gegenden der Welt ermöglicht werden."

UNESCO Direktor in Usbekistan
Michael Barry Lane

"Die tausende von bemalten Leinwände reflektieren die kulturelle Eigenheit verschiedener Völker. Es ist von immenser Bedeutung, dieses Erbe und den kreativen Geist seines Schöpfers zu bewahren", so der Direktor von Restaurateurs Sans Frontrieres (RSF), Pavlos Politis.

Im nordöstlichen Randgebiet Usbekistans, der autonomen Republik Karakalpakstan, lag bis vor nicht allzulanger Zeit ein Schatz verborgen, welcher erst seit ein paar Jahren ins Licht der Weltöffentlichkeit rückt. Das Savitskiy Karakalpakastan Kunstmuseum in Nukus vereint unter seinem Dach die grösste Sammlung russischer Avantgarde der Welt und gehört mit seinen
90 000 Kunstwerken und ethnografischen Objekten zu einem Geheimtip der besonderen Art.

In einer Gegend, die vorallem für den langsam austrocknenden Aralsee und die damit verbundene Umweltkatastrophe bekannt ist, stellt das Museum Savitskiy einen Felsen der Hoffnung dar. Liebhaber und Journalisten aus der ganzen Welt finden inzwischen Ihren Weg nach Nukus, wo Sie mit Begeisterung das Lebenswerk Igor Savitskiys bewundern, der brilliant mit der gefährlichen Grenze zwischen seiner Leidenschaft zur Kunst und der staatlich verschriebenen Doktrine von dem was Kunst sei oder nicht sei, zu jonglieren wusste.

Savitskiy, selber Maler, kam erstmals als Begleiter einer hochrangigen archäologischen Expedition aus Moskau nach Karakalpakstan und beschloss, zu bleiben und seinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Dank der Obskurität von Nukus gelang es ihm darauf als Museumsdirektor Kunstwerke aus seinem Moskauer Freundeskreis dorthin zu retten. Sein Erbe, die Sammlung per se aber auch die inspirierende Geschichte einer Passion und dem unerschütterlichen Glaube an eine Vision ist von immenser Bedeutung für die usbekische Kultur.

Im März 2004 beendeten Politis und sein Team die Dokumentationsphase des Projekts für das Restaurierungsprojekt im Nukus Museum mit Unterstützung von OSI und der Gesellschaft der "Freunde des Nukus Museums". Über 50 Bilder wurden digital archiviert und deren Zustand analisiert. Örtliche Museums-Mitarbeiter wurden in die Methodik standardisierter Dokumentation eingeführt. Vieler der bearbeiteten Werke, darunter ein Hauptwerk des Malers Lyssenko, waren wegen ihres prekären Zustandes bis dahin niemals aus dem Archiv entfernt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

"Die Schulung hat äusserst viel gebracht" erläutert die charismatische Direktorin des Museums, Marinika Babanazarova. "Wir sind überzeugt, dass RSF einen anhaltenden positiven Einfluss auf das Niveau von Restaurationsarbeiten nicht nur in Nukus sondern in ganz Usbekistan haben wird".
Im März letzten Jahres entsandte RSF 4 internationale Fachleute nach Nukus in Rahmen des ersten Ausbildungsseminars für die Wiederherstellung von Ölgemälden. Mit Unterstützung der Christensen Stiftung und UNESCO Usbekistan sowie dem British Council hat RSF im Jahre 2005 noch weitere Seminare durchgeführt. Fast die Hälfte aller Bilder des Bestandes müssen restauriert werden. Einige Bilder sind nicht aufgezogen, andere sind deformiert. Vom technischen Standpunkt aus stellt dieses Projekt sehr ungewöhnliche Anforderungen an die leitenden Restaurateure.

Laurence Durand von RSF unterstreicht „die wichtigste Aufgabe ist die ständige Unterstützung der Museumsmitarbeiter, so dass diese in selber Massnahmen zu treffen wissen. Wir 4 Fachleute könnten hier ohne Ende jahrelang Bilder restaurieren. Die Ausbildungskomponente ist deshalb von äusserster Wichtigkeit und wir wenden erhebliche Mittel dafür auf. Den Erfolg dieses Projekts sehe ich nicht in der Menge der wiederhergestellten Bilder sondern in der Qualität der Schulung. Die Zukunft der Bilder hängt von der Wissensvermittlung unsererseits ab".

Discovery Uzbekistan #3

Copyright © 2007 - Discovery Uzbekistan - www.discovery-uzbekistan.com - All Rights Reserved