Discovery Uzbekistan
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Discovery Uzbekistan Travel Guide #14/2010
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Königliche Seide

Einst vor langer Zeit lebte ein mächtiger und grausamer Khan, der jedoch sehr dem Kunsthandwerk zugetan war. Der meistgeachtete und geschickteste Handwerker am Hof hatte eine wunderschöne Tochter, auf die der Khan ein Auge geworfen hatte. Der mächtige Khan versprach dem Meister, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, wenn es ihm gelänge, einen Stoff zu schaffen, der in seiner Schönheit diejenige der jungen Tochter überträfe, ansonsten würde das junge Mädchen seine Frau werden.

Der Meister bemühte sich die ganze Nacht durch doch es gelang ihm nicht, dem Wunsch des mächtigen Khans nachzukommen und seiner Tochter ein unschönes Schicksal zu ersparen. Voller Verzweiflung setzte er sich im Morgengrauen ans Ufer des Baches vor seiner Hütte, um sich seine Unfähigkeit und sein schweres Los einzugestehen. Wie er so sass und über das Wasser starrte, fingen die ersten Sonnenstrahlen an, auf der Oberfläche zu tanzen. Mit einem Mal widerspiegelten sich im blauen Wasser alle Farben des Sonnenaufganges, die Wolken und ein Regenbogen und der Effekt dieses Zusammenspiels war so beeindruckend, dass unser Meister mit aller Klarheit wusste, was er zu tun hatte.

Er eilte heim und setzte sich geschwind an den Webstuhl. Immer noch unter dem Eindruck der Schönheit der Natur, schaffte er einen Seidenstoff, wie ihn noch niemals jemand gewebt hatte, unübertroffen und einzigartig. Diese Gewebe überbrachte er dem Khan mit der Bitte, doch von seiner Tochter abzusehen. Der Khan musste wohl oder übel eingestehen, noch niemals etwas Ähnliches gesehen zu haben. Der Stoff sei tatsächlich noch schöner als das schöne Kind und er verzichte auf eine Heirat.

Aufgrund dieser Legende kam der feine Seidenstoff aus dem Ferghanatal zu seinem Namen, "Khan-Atlas", oder" die königliche Seide".

Unsere Reise aus Taschkent führt über einen Pass ins Tal - dem Ferghanatal. Wir halten ein paar Minuten am Strassenrand an, um die idyllische Atmosphäre aufzunehmen. Die Morgensonne wirft lange Schatten, und die rot-orangen Schattierungen werden von den Bergabhängen reflektiert.

Es ist die Zeit der Baumwollernte, die weissen Blüten stehen in voller Pracht und in den Feldern sind die Baumwollpflücker emsig am Werk. Es sind zumeist Frauen, die schon früh morgens hierher gekommen sind. Ihre traditionellen bunten Kleider leuchten hell vor dem Hintergrund der sattgrünen Felder. Die Säcke mit der Baumwolle hängen um Schultern und Taille. Wie schnell die flinken Finger die weissen Knospen abzwicken - ein für Usbekistan typisch ländliches Bild.

Versuchen Sie sich auch mal am Baumwollpflücken. Die Ackerbauern sind die fröhlichsten Menschen und werden Ihnen mit Freuden ein paar Tips und Tricks zeigen, untervielGelächter,versteht sich.

KOKAND
Auch wenn es unvorstellbar scheint, so war diese Kleinstadt einst das Zentrum eines weitreichenden Imperiums. Kokand war zudem auch die letzte Bastion, welche der russischen Eroberung standhielt. An diese Zeit erinnert der Palast, in dessen Räumlichkeiten heute Exponate ausgestellt sind, die weit in unsere Zeitrechnung zurückgehen. Die Museumsdirektorin ist eine bemerkenswerte Dame, welche fliessend englisch spricht und Ihnen bei der Unterkunftsvermittlung bestens behilflich sein kann. Unbedingt zu Empfehlen ist ein Besuch in den 2 reizenden Hausmuseen Mukimi und Hamsa, welche die politische und intellektuelle Landschaft der Region in starker Weise geprägt haben.

MARGILAN
Diese  Kleinstadt, 1h Fahrt von Kokand entfernt, leistet grosses. Als Zentrum der Seidenindustrie geniesst Margila n beträchtlichen Ruhm. Der Prozess des Seidenspinnens und der Verarbeitung von Seidenfäden ist faszinierend. Mehr als 1000 Jahre geht die Geschichte der Seidenproduktion zurück und Gewebe mit der Ikat Technik  hergestellt, sind heute voll im Trend. Meterware und vor allem die Seidentücher gibt es in jeder Farbnuance. Jeder wird sich um ein Mitbringsel in Form eines handgewebten Seidenschals aus Margilan freuen.

Besuchen Sie eine private Werkstatt, wie z.B. die von Fazliddin oder von Abdurassul (welcher als Zulieferer des amerikanischen Stardesigners Oscar de la Renta zu den besten seiner Gilde gehört) oder das kleine Unternehmen YODGORLIK, in dem Davlat Sie von Abteilung zu Abteilung begleitet und Ihnen in ausgezeichnetem englisch den Seidenprozess erklärt, vom Abwickeln des reinen weißen Seidenenfadens des Cocons bis zum ABR, dem Abbinden von Färbestellen und Eintauchen ins Färbebad.

Neben dem Verkaufsraum klappern die Webstühle, an denen junge Frauen Ihnen stolz die zauberhaften Textilien zeigen, welche sie wie von magischer Hand Meter für Meter herstellen, wie in alten Zeiten.

ANDISCHAN
Hier liegt der Geburtsort von Babur, dem Gründer des Imperiums der Moghulen in Indien.

Ein Besuch des Marktes in Andijan lohnt sich allemal. Wie vor 100 Jahren in Europa, werden noch hier von Hand die ganzen Gebrauchsgegenstände für Bauern hergestellt. In Reih und Glied sitzen die Schmiede, Kesselschmiede, Holzschnitzer, Stricker und Besenmacher. Alle verkaufen sie ihre Waren an die vielen Bauern der Umgebung and das Hin und Her in usbekisch, untermalt vom Blöken der Schafe aus dem nahen Tierbazaar, beleben die Atmosphäre. Als hätte jemand die Zeit zurückgestellt.

Verborgen hinter Tassen, Zinkeimern und Waschbecken, Messern und Kinderwagen, kostbaren Schmucksachen, Seiden waren, Keramikgegenständen und dem ganzem übrigen Sortiment für Haushalt und Aussteuer steht das kleine und eher unscheinbare Gebäude der Vereinigung der Handwerker "Hunarmand".

Kaum eingetreten, fällt Ihr Auge schon auf eine ungewöhnliche Sammlung von handgemachten Puppen. Sie sind die traditionellen zentralasiatischen Spielzeuge, deren reiz Köpfe aus Papiermachee oder Kürbi hergestellt sind. Bekleidet mit liebe von geschneiderten Kostümen, ganz nach Art der Ferghana Tradition und behängt mit exakt kopierten nationalen Schmucksachen hat jede Puppe ihren eigenen Charakter.

Die Werkstatt von Mirzabachrom, der keramische Waren erzeugt, wurde noch von seinem Grossvater anfangs des 20. Jh gegründet. Zur Zeit ist sie die letzte in Andischan, der Stadt, die einst so berühmt war für ihre charakteristischen Töpferwaren, den gelben Servierplatten und Schalen.

Discovery Uzbekistan #3

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