Discovery Uzbekistan
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Discovery Uzbekistan Travel Guide #14/2010
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Der See Aydar Kul

Man sagt, dass es in Usbekistan für jeden Besucher etwas Tolles gibt. Wie stehts aber mit demjenigen, der an Strandferien interessiert ist, dies in einem Binnenland mitten in einer Binnenregion? Die prompte Antwort lautet Aydar Kul See, 200km2 salzhaltigen Wassers mit sandigem Grund und Sandstrand mitten in der Arnasai-Kule am süd-östlichen Rand der Kizilkum. Der Aydar Kul bietet eine ideale Möglichkeiten, sich zu fühlen wie am Meer - und noch viel mehr, wie Sie dem folgenden Bericht über ein verlängertes Familien-Wochenende am Aydar Kul entnehmen werden.

Ich gestehe, dass meine Erwartungen nicht allzu gross waren, als wir nach einem Zwischenhalt in Djizzak unseren Jeep in die Wüste steuerten. Die Landschaft, die wir durchführen, war spektakulär, felsigen Berge auf der einen Seite und bis zum Horizont sandiger Boden, von niedrigen Büschen gespickt. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich gegenüber meinen Kindern hier irgendwo in der Nähe mein Versprechen von Sand am Meer halten könnte. Wenn es diesen Aydarkul überhaupt gäbe, so sei er sicher ein schlammiger Tümpel, ging mir durch den Kopf. Weit gefehlt. Allmählich zeichnete sich in der Ferne ein blauer Streifen ab, dem wir auf gerader Strecke entgegenfuhren. Erst dachte ich an eine optische Täuschung im starken Licht doch allmählich begann so etwas wie ein blauer Küstenstreifen Form anzunehmen und tatsächlich tat sich plötzlich vor unseren Augen eine intensivblaue Fläche auf, wie sie nur in Zentralasien möglich ist. Das Hauptziel unserer in Taschkent organisierten  Reise  bestand  darin,  auch einmal den vielgerühmten See zu sehen und 2 Nächte in einer Jurte zu verbringen, in einem Kamellager nahe der Stadt Nurata. 5h Fahrt von Tashkent aus erwartete uns ein wahrlich herrlicher See. Unsere Kinder planschten überglücklich stundenlang im seichten und warmen Wasser, bauten Sandschlösser und versuchten, klitzekleine Fische mit dem Netzen zu angeln, während die beherzteren unter uns auf der Suche nach friedlicher Stille weit raus in den See schwammen, von wo aus sich ein tolles Panorama bot. Später beobachteten wir einheimische Fischer in ihren Booten und assen zu Mittag mit grossem Appetit den frischen, gebratenen Zander.



20 km weiter dem See entlang unser Lager, wo wir die Nacht verbringen sollten. Eingebettet zwischen niedrigen Hügeln eine Reihe Jurten, ein asiatisches Sofabett genannt Taptschan, worauf sich die Kinder prompt tumelten und die obligaten Kamele, welche uns unter ihren langen Wimpern anguckten. Kaum hatten wir uns häuslich eingerichtet, gerade noch vor Anbruch der Dunkelheit, wurde schon zum Abendessen unter den Sternen gerufen. Und was für Sterne. Wir suchten die Himmelskuppel nach bekannten Sternzeichen ab, sie waren klar und deutlich zu erkennen. Lagerfeuer-Romantik liegt der ganzen Familie und wir kuschelten uns ein, rund um die stiebenden Funken, die uns alsbald zum Träumen brachten. Ein dazugeladener kasachische Sänger begann, Volksweisen auf seiner dreisaitigen Dutar zu zupfen. Die eindringliche Melodie und der exotisch anmutende Gesang von Liebe und Schönheit, Leben und Vergänglichkeit und ganz unerwartet eine Ode an das Teehaus im Besitze des Sängers!! trugen mit grosser Wirkung zur stimmungsvollen Atmosphäre unseres Wüstenlagers bei.


Eine Jurte ist ein rundes Filzzelt aus Kamelwolle, die traditionelle Behausung der Nomaden. Es schläft sich darin äusserst bequem und unsere Kinder fühlten sich gleich wohl. Gut erholt waren wir am nächsten Tag bereit für einen Kamelritt. Zu zweit oder sogar zu dritt machten wir es uns zwischen den zwei Höckern gemütlich und genossen das Karawanenleben.

Nach einem prächtigen Frühstück fuhren wir nach Nurata. Die von Alexander dem Grossen im Jahre 327 vor unserer Zeitrechnung gegründete Siedlung war ein wichtiger Punkt auf der Grenze von Steppe und Agrarland. Die Überreste der Festung ragen über der Stadt und das Kanalisations-System unter der Aufsicht von Alexander erbaut, funktioniert immer noch. Unser Besuch fiel auf einen Septembersonntag - die populärste Zeit für Hochzeiten. Innerhalb weniger Stunden waren bereits 8 Hochzeitsprozessionen an uns vorbeigezogen Richtung Moschee Khasan-Nur des XIV Jh, Moschee Namazgokh des XVI Jh und Quelle Tschaschma - dem Steinbrunnen und Becken, in dem heilige Fische schwimmen und der ebenso zum Pilgerort für Einheimische gehört.

Nach der Besichtigung Nuratas fuhren wir zum See zurück. Die Kinder waren begeistert, ihren gewohnten Badeplatz zurückzuerobern und wir Erwachsenen legten uns in die Sonne. Bis zum Abend ruhten wir uns aus, nahmen alles gelassen und freuten uns, einmal nichts tun zu müssen. Gemeinsam sahen wir uns den flammenden Sonnenuntergang an und kehrten dann zurück ins Camp zum Abendessen.

Der See Aydarkul existiert seit 1969 als Folge des Hochwasser, das vom Fluss Syr Darya (Jaxartes) zum schon existierenden salzigen See geleitet wurde. Im Frühling und im Sommer blühen in der Wüste rote Tulpen und weißen Akazien. Für Ornithologen ist das Frühjahr die beste Zeit für den Besuch der Uferzone, da nach der Eisschmelze Brutvögel wie Enten und Gänse ihre Nester bauen und ihre Jungen schlüpfen lassen. Sogar Reiher und Pelikane können gesichtet werden. Für idyllische und friedliche Erholung entlang der Seidenstrasse bietet sich Ayderkul in geradezu idealer Weise an.

Discovery Uzbekistan #3

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